SMWA: 63 Millionen Euro für ESF Plus-Förderung „Zukunft berufliche Bildung“

Montag, 20. Juni 2022, 13:51 Uhr
Digitalisierung der Arbeitswelt, Klima- und Umweltschutz, Fachkräftemangel und Strukturwandel: Diese Herausforderungen kommen gleichzeitig auf Beschäftigte und Unternehmen zu. Für die berufliche Aus- und Weiterbildung heißt das, sie muss künftig noch schneller und bedarfsgerechter an den aktuellen Entwicklungen ausgerichtet werden. »Wir stehen vor der Aufgabe, die Beschäftigten von heute fit für die Arbeit von morgen zu machen. Deshalb bin ich froh, dass unsere Richtlinie ‚Zukunft berufliche Bildung‘ jetzt in Kraft tritt und eine große Bandbreite an Förderungen möglich macht. Nur so kann der Wandel des Arbeitsmarktes sozial gerecht gestaltet werden«, sagt Sachsens Wirtschafts- und Arbeitsminister Martin Dulig. »Damit können wir einen wichtigen Beitrag zur Stärkung der dualen Ausbildung und der beruflichen Weiterqualifizierung leisten. Schließlich wollen wir dazu beitragen, die Berufsausbildung weiterhin als eigenständigen, erfolgreichen und gleichwertigen Bildungsweg neben dem hochschulischen Weg zu etablieren.«
In der aktuellen EU-Förderperiode (2021-2027) plant das SMWA, für die Umsetzung der Richtlinie »Zukunft berufliche Bildung« rund 63 Millionen Euro aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds Plus (ESF) und aus Haushaltsmitteln des Freistaates Sachsen einzusetzen. Auf die Regionen Dresden und Chemnitz entfallen davon Mittel in Höhe von rund 54 Mio. Euro, auf die stärker entwickelte Region Leipzig knapp 9 Mio. Euro. Damit soll die Qualität der beruflichen Bildungssysteme erhöht werden und die vorhandenen beruflichen Bildungspotenziale jeder und jedes Einzelnen besser genutzt werden.

»Wir müssen auch in der beruflichen Bildung und Weiterbildung neue Wege gehen. Eine Weiterentwicklung der sächsischen beruflichen Bildungsstrukturen ist deshalb nötiger denn je. Wir brauchen innovative und kreative Ideen für eine zukunftsorientierte berufliche Bildung, die den Bedürfnissen der Beschäftigten und der Wirtschaft entspricht«, so Minister Dulig. Die Europäische Kommission sieht ausdrücklich vor, dass die zur Verfügung gestellten Strukturfondsmittel vor allem Maßnahmen unterstützen, die den ökologischen und digitalen Wandel begleiten und notwendige neue Ansätze befördern. Gleichzeitig sollen wirksame Lösungsansätze für bereits länger bestehende Herausforderungen bestehen bleiben, wie zum Beispiel das Heben des Fachkräftepotentials von jungen Erwachsenen, deren Ausbildungsbewerbungen durch schlechte Schulnoten oder Lücken im Lebenslauf bislang eher unberücksichtigt bleiben oder von Männern und Frauen mit Migrationshintergrund.

Der aus der Technologieförderung bekannte Ansatz, neue Produkte, Verfahren oder Dienstleistungen zu entwickeln, zu erschließen und die Verwertbarkeit zu erproben, soll mit der Förderung auch im Berufsbildungssystem Anwendung finden. Das etablierte Regelinstrument »Zusatzqualifikation für Auszubildende« der vergangenen ESF-Förderzeiträume wird unverändert fortgeführt. Aufgrund des neuen Förderansatzes und der vielfältigen Herausforderungen, denen die beruflichen Bildungssysteme gegenüberstehen, soll der Ansatz für Innovationen und notwendige Qualitätssicherung von einer Servicestelle begleitet werden.
An der fachlichen Projektauswahl werden die regionalen Fachkräfteallianzen beteiligt. Damit kommt die Fachkräfte-Expertise vor Ort zum Einsatz und gleichzeitig ist die ESF Plus-Förderung in noch stärkerem Maße regional verankert.

Die Richtlinie trat mit ihrer Veröffentlichung im Amtsblatt am 16.6.2022 in Kraft. Interessierte Projektträger können sich auf der Seite der Sächsischen Aufbaubank – Förderbank SAB (LINK: www.sab.sachsen.de) über die Richtlinie und die Förderinhalte sowie das notwendige zweistufige Antragsverfahren informieren.

Mit Inkrafttreten der ESF Plus-Richtlinie »Zukunft berufliche Bildung« und der ressortübergreifenden Landesrichtlinie »Berufliche Bildung« des SMWA, des SMEKUL und des SMI (Inkrafttreten am 1.7.2022) werden strategisch Stärken einer EU- und einer Landesförderung verbunden und zielgerichtet genutzt.

Mit dieser komplementären Landes- und EU-Förderung für die berufliche Aus- und Weiterbildung in Sachsen soll dem enormen beruflichen Qualifizierungsbedarf im Zuge der anstehenden Transformationsprozesse in Bezug auf Nachhaltigkeit und Digitalisierung begegnet werden. Weiterführende Links:

www.smwa.sachsen.de

Silicon Saxony e.V.

Der Silicon Saxony e. V. ist mit rund 375 Mitgliedern das größte Hightech-Netzwerk Sachsens und eines der größten Mikroelektronik- und IT-Cluster Deutschlands sowie Europas. Als eigenfinanzierter Verein verbindet Silicon Saxony seit seiner Gründung im Jahr 2000 Hersteller, Zulieferer, Dienstleister, Hochschulen/Universitäten, Forschungsinstitute, öffentliche Einrichtungen sowie branchenrelevante Startups am Wirtschaftsstandort Sachsen und darüber hinaus. Übergeordnete Ziele der Netzwerkarbeit sind u. a. der Ausbau sowie die Stärkung des führenden Mikroelektronikstandortes Europas als auch das Vorantreiben der parallel verlaufenden Entwicklung hin zu einem Softwareland Sachsen. Dies geschieht in enger Abstimmung mit der sächsischen Landesregierung und den Wirtschaftsförderinstitutionen im Freistaat. In dieser Konstellation unterstützt der Verein auch das regionale Standortmarketing. Der thematische Fokus des Clusters liegt auf den technologischen Trends der Gegenwart und Zukunft – z.B. Künstliche Intelligenz, Robotik, Automatisierung, Internet of Things, Sensorik, Energieeffizienz, Neuromorphes bzw. Edge Computing. Als enger Kooperationspartner des Dresdner Smart Systems Hubs sowie des Leipziger Smart Infrastructure Hubs bietet Silicon Saxony zudem direkten Zugang zu den Themen, Projekten und Standorten der Digital Hub Initiative des Bundeswirtschaftsministeriums. Als öffentlichkeitswirksame Informations-, Kommunikations- und Kooperationsplattform sowie durch die Teilnahme an und die Organisation von Branchenevents fördert der Verein die regionale, nationale und internationale Vernetzung seiner Mitglieder. Gezielte Lobbyarbeit gewährleistet z.B. die Mitgestaltung von Förderprogrammen - von der lokalen bis zur europäischen Ebene. Experten und Expertinnen des Netzwerkes stellen zudem in Arbeitskreisen und weiteren Formaten den Know-how-Transfer sowie enge wirtschaftliche Beziehungen zwischen den Mitgliedern sicher und treiben Innovationen voran.