Interview mit Christian Münch von BayWa r.e.

Dienstag, 10. Dezember 2019, 08:40 Uhr
In der Changemakers Ausgabe von Reimagine Energy haben wir Unternehmen und Führungskräfte in den Mittelpunkt gerückt, die den Weg für Wandel ebnen. Wie kann man auch in eher konventionellen Branchen Risiken eingehen und jetzt die nötigen Veränderungen für eine klimafreundliche Gesellschaft durchsetzen?

Im dritten Interview sprachen wir mit Christian Münch von BayWa r.e.

„Wir werden schon bald in der Lage sein, große Photovoltaikanlagen ohne staatliche Subventionierung zu entwickeln.“

Name: Christian Münch

Rolle: Bereichsleiter Partnervertrieb und E-Commerce BayWa r.e. Solar Energy Systems GmbH

Werdegang: Bereich Erneuerbare Energien

  • Nachhaltigkeitsberatung; anschließend Geschäftsentwicklung von Phoenix Solar
  • Kam als Leiter für Geschäftsentwicklung zu BayWa r.e.
  • Übernahm dann den Bereich Partnervertrieb und E-Commerce
Christian Münch, BayWa r.e.

Die BayWa r.e. hat den Bau von Kraftwerken mit einer Leistung von 2 GW auf Basis erneuerbarer Energien in Auftrag gegeben. Außerdem verwaltet das Unternehmen Anlagen, die 5,5 GW Strom bereitstellen können. Wie finden wir die richtige Balance zwischen dezentral verteiltem Strom und solch großen Kraftwerken?
“Da muss man jedes Land für sich betrachten. Im Bereich Solarenergie gibt es beispielsweise unterschiedliche Regelungen, der verfügbare Platz variiert, und es gilt zu prüfen, wie das Versorgungsnetz aufgebaut ist. Die Frage ist, wie die Installation kleiner Photovoltaikanlagen dabei helfen kann, das Netz in Ländern zu stabilisieren, in denen es weniger Unterstrukturen gibt und welche Auswirkungen sich auf den Strompreis ergeben. In einigen Ländern ist die Installation von Photovoltaikanlagen auf dem Dach sehr nützlich, weil die Energiepreise für Verbraucher sehr hoch sind, besonders aber im Süden Europas oder in Afrika gibt es Unmengen Platz, die Stromerzeugungskosten sind vergleichsweise hoch, und es gibt viel Sonnenstrahlung, sodass man hier zu geringen Kosten Solarenergie für das Versorgungsnetz erzeugen könnte.“

Wie sieht die Zukunft groß angelegter Entwicklungen im Bereich erneuerbare Energien aus?
“Wir werden schon bald in der Lage sein, große Photovoltaikanlagen ohne staatliche Subventionierung zu entwickeln. Im vergangenen Jahr nahmen wir die erste 175 MW-Solaranlage im Süden Spaniens in Betrieb, die ohne öffentliche Gelder erbaut wurde, und wir speisen diese Energie ins öffentliche Netz ein. Solche Projekte werden im kommenden Jahr für immer mehr OECD-Länder möglich werden und mit weiterhin fallenden Preisen für die Technologie werden auch die Stromerzeugungskosten weiter sinken. Deshalb wird es in den nächsten vier oder fünf Jahren möglich sein, große Anlagen ohne Subventionen in Deutschland und anderen mitteleuropäischen Ländern zu errichten.“

Welche Fehler beobachten Sie bei Unternehmen, die versuchen, ihr Geschäftsmodell an revolutionäre Technologien anzupassen?
“Der größte Fehler ist, sich nicht auf revolutionäre Technologien einzustellen, wenn das Geschäft gerade gut läuft und man einen hohen Umsatz erwirtschaftet. Das ist eigentlich der Zeitpunkt, an dem man sich auf neue Technologien einstellen sollte, aber viel zu häufig konzentriert man sich stattdessen auf das aktuelle Geschäftsmodell – und genau das ist der Fehler: Viele versäumen ihre Chance, sich auf neue Geschäftsmodelle und Technologien vorzubereiten, weil sie sich zu lange in der eigenen Komfortzone aufhalten. Außerdem müssen Sie es sich selbst gestatten, auch mal einen Fehler zu machen. In unserer sich rapide digitalisierenden Welt mit zahlreichen revolutionären Technologien schreitet die Entwicklung schnell voran. Wenn Sie aber nichts Neues ausprobieren, können Sie auch nicht wissen, ob es nicht vielleicht doch funktioniert.“

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Kiwigrid und BayWa r.e. – Skalierbares Geschäftsmodell

In Kombination mit den Solaranlagen- und Batterieinstallationen von BayWa r.e. geben die Energiemanagementsysteme für Eigenheime, Energiedatenanalysen und viele weitere Funktionen von Kiwigrid Verbrauchern die Möglichkeit, ein komplettes Smart-Home-System für den Privatgebrauch einzurichten.

Gegen Ende 2019 wird ein intelligentes Energieverbrauchssystem für Eigenheime verfügbar sein, das auch eine Pauschale für Haushaltsstrom umfasst. Intelligente Ladevorgänge und datenzentriertes Upselling sind ebenfalls derzeit in der Entwicklung befindliche Projekte. Die BayWa r.e. wird diese miteinander kombinierten Lösungen nutzen, um White-Label-Energiesystempakete für städtische Versorger und Fertighaushersteller anzubieten.

Durch diese Zusammenarbeit wird die BayWa r.e. in der Lage sein, ihre Energielösungen auszuweiten und den Smart-Home-Markt (einschließlich dem Laden von Elektrofahrzeugen) vollständig abzudecken. Somit erweitert sich das Unternehmen um ein weiteres skalierbares Geschäftsmodell.

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Was Kiwigrid von seinen Wettbewerbern unterscheidet, ist, dass es nicht nur ein Konzept für das Internet der Dinge verkauft. Kiwigrid bietet branchenübergreifende Wertschöpfung und versteht sich als eine offene Plattform für die Zukunft von Energie und E-Mobilität. Die Kunden von Kiwigrid nutzen die Plattform aus den verschiedensten Gründen, je nachdem, wo sie heute stehen, in welcher Branche sie tätig sind und was sie anbieten wollen. Die Plattform kann ihnen helfen, sich für neue Märkte zu öffnen, ihr Angebot zu diversifizieren und branchenübergreifende Geschäftsmodelle zu entwickeln. Dafür stellt Kiwigrid ihnen wegweisende Technologien und Dienstleistungen zur Verfügung, die die Energieeffizienz steigern, die Nutzung erneuerbarer Energien optimieren, den Weg für Elektrofahrzeuge ebnen und Stromnetze stabilisieren.