Netzwerktreffen Personal: Rückblick auf unseren Workshop zum Thema Stellenanzeigen

Dienstag, 24. Juli 2018, 14:13 Uhr
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Letzte Woche hielt ich einen Workshop zum Thema inhaltliche Optimierung von Stellenanzeigen auf dem Netzwerktreffen Personal in Leipzig. In diesem Zug möchte ich mich bei den beiden Organisatorinnen recht herzlich für dieses hervorragende Format bedanken. Eingeladen waren Personalleiter, Personalverantwortliche und Personalexperten aus der Region, denen wir, so hoffe ich, ein paar recht interessante Einblicke in die Do's und Dont's zielgruppenrelevanter Stellenanzeigenformulierung vermitteln konnte.

Unsere Eindrücke vom Netzwerktreffen Personal

Das Netzwerktreffen Personal lädt Personalleiter und Fachexperte aus der Region ein, um aktuelle Personalthemen in lockerer Atmosphäre zu diskutieren. Die Veranstalterinnen des Netzwerktreffens Maria Sharichin und Nicole Scheuermann fragten mich und meine Kollegin Madlen Schulz, ob wir für den 17. Juli einen Workshop in Leipzig abhalten könnten. Damit bot sich uns die Gelegenheit ein neues Thema einzuüben, das wir häufig mit unseren Partnern besprechen. Und zwar ging es um die inhaltliche Optimierung von Stellenanzeigentexten

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Unser Workshop: Inhaltliche Optimierung von Stellenanzeigen

Die Grundlage für unseren Workshop bildet unserer Analyse von 42000 Stellenanzeigen, die wir letztes Jahr durchführten, um mit diesen Erkenntnissen unsere Lehrplattform fürs Personalermanagement EB-Academy aufzubauen. Einige der EB-Academy Themen lassen sich ebenso wunderbar als Workshop-Thema durchführen. Für das Netzwerktreffen verglichen wir die Resonanz von Stellenanzeigen mit dem Inhalt und der Form. Unsere Stellenanzeigenanalyse ergab, dass es gewisse Konventionen im Aufbau von Stellenanzeigen gibt. Eine Stellenanzeige enthält in der Regel folgende Elemente:

  • Der erste Absatz
  • Die Beschreibung der künftigen Arbeitsbereiche und Tätigkeitsfelder
  • Das Anforderungsprofil und die Lernchancen
  • Die Kurzdarstellung des Arbeitgebers

Während des Workshops haben wir zu drei beispielhaft ausgewählter Berufsbildern jeweils zwei Stellenanzeigen-Varianten präsentiert. Eine der Varianten hatte stets eine hohe Resonanz-Rate, die andere Variante hatte das nicht. Bei der Auswahl der Stellenanzeigen, achteten wir darauf, nur Beispiele zu wählen, die sich ausschließlich bei Formulierungen des Anzeigen-Textes unterscheiden, um externe Faktoren, die auch eine wichtige Rolle auf die Resonanz einer Stellenanzeige haben könnten, auszuschließen. Beispielsweise wäre der Unternehmensstandort ein Faktor der wesentlich auf die Attraktivität einer Stellenanzeige einwirkt. Als Personaler wird man am Standort kaum etwas ändern können, an der Formulierung von Stellenanzeigen hingegen schon.      

Vorschläge für eine bessere Stellenanzeigen-Formulierung

Wir gingen mit unseren Workshop-Teilnehmern Schritt für Schritt die einzelnen Elemente der Stellenanzeige durch und präsentierten zu jedem Element eine der Varianten, wobei wir im Vorfeld verschwiegen, ob die vorgezeigte Variante nun eine hohe Resonanz hat oder nicht. Daraufhin lösten wir das Geheimnis auf. Hier ein paar kurze Einblicke: 

  • Im ersten Absatz darauf achten, dass viele Stellenportale in der Auflistung der Suchergebnisse den ersten Absatz als Teaser-Text mitverwenden. Der Kandidat scannt die Suchergebnisse bevor er sich eine Stellenanzeige näher ansieht. Häufige Formulierungen der Form "Wir suchen diese oder jene Fachkraft an diesem oder jenem Einsatzort", sind für den ersten Absatz redundant. Diese Information erhält man ohnehin aus dem Stellenanzeigen-Titel.
  • Die Beschreibung von Tätigkeitsfelder sollte die verwendeten Instrumente, Technologien und Methoden benennen. Damit kann sich der Kandidat ein viel besseres Bild von seinem zukünftigen Arbeitsplatz machen.
  • Anforderungsprofile sollten möglichst keine eierlegende Wollmilchsau widerspiegeln. Zwischen notwendigen K.O.-Kriterien und speziellen Fachkompetenzen, die ein Arbeitnehmer in absehbarer Zeit im Beruf dazulernen kann, möglichst klar trennen.
  • Die generischen Formulierungen der Arbeitgeberdarstellung ala "Wir sind Weltmarktführer in einem höchst innovativen Unternehmen lauter dynamischer Mitarbeiter, die täglich vor Freude und Begeisterung strahlen." halten sich immer noch tapfer in Stellenanzeigen und auf Karrierewebseiten. Allerdings vermittelten realistische Angaben über den Führungsstil, der Unternehmenskultur oder den zukünftigen Arbeitsort ein wesentlich besseres Bild, was der Bewerber von seinem potentiell neuen Arbeitgeber erwarten darf.

Download-Material zum Workshop

Das Material, das wir für unseren Workshop verwendeten, stellen wir hier in abgewandelter Form als Download zur Verfügung. Wir hoffen, dass diese Präsentation so aufbereitet ist, dass sie ohne die Teilnahme am Workshop nachvollziehbar ist. 



Dieser Blogbeitrag erschien erstmals auf empfehlungsbund.de.